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Rosenstolz

Seit vielen Jahren begleiten mich 2 ganz besondere Menschen durch mein Leben. Seit vielen Jahren ohne das sie mich kennen. Rosenstolz sind immer da. Ich liebe ihre Musik. Ob ich träumen will, lachen oder weinen möchte, fröhlich bin oder vor Wut fast platze – immer gibt es einen Titel von Rosenstolz der mir aus der Seele spricht.
Viele schöne Erinnerungen verbinde ich mit ihren Songs. „Ich will mich verlieben“ (Album „Herz“ 2004) bringt mich Gedanklich immer wieder ins Jahr 2004 zurück. Ich hatte damals Arbeit in einer Nachbarstadt von Gifhorn wo ich aufgewachsen bin. Höre ich diesen Song, sitze ich wieder im Zug auf dem Weg nach Braunschweig, sehe die Bäume, Felder und Dörfer an mir vorbeiziehen, atme fast schon die herbstliche Luft von damals. „Kassengift“ (Album „Kassengift“ 2000) ist ähnlich, nur noch viel schöner. Ich kann und will es nicht verhindern, wenn der Song läuft stehe ich wieder in meiner ersten eigenen Wohnung in Hamburg. Ich spüre die Aufregung und die Neugierde vor dem was kommen kann und bin ganz ganz frisch verliebt. Denn das Album „Kassengift“ war auch das erste was ich von meinem damaligen Freund und heutigen Ehemann geschenkt bekommen habe.
„Herz schlägt auch im Eis“ in der Instrumental-Version (Single-Auskopplung aus dem „Die Suche geht weiter“ Album aus 2006) lässt mich träumen. Ganz von alleine werde ich bei dem Song kreativ, fange an zu zeichnen oder zu malen, oder schreibe einfach ein paar reimende Worte.
Aber Anna und Peter sind für mich nicht nur Stimmen auf einer CD. Ich liebe auch ihre Konzerte. Das erste Konzert meines Lebens werde ich wohl nie vergessen. Es war 2005 in der „Stadthalle“ von Braunschweig. Meine beste Freundin Claudia und ich standen ganz vorne…ich war so überwältigt von all den Gefühlen das ich wahrscheinlich sehr merkwürdig gewirkt habe. Diese Musik, die Power in den Stimmen und dann waren „meine Helden“ nicht mal 2 m von mir entfernt. Es war ein geiles Erlebnis. Die Halle war voll, jeder war Textsicher und alle waren am Feiern. Peter Plate äußerte sich damals direkt vor unseren Augen auch gesellschaftlich. Er erzählte davon, das sich Pabst Benedikt XVI. mal wieder zu Wort gemeldet und von dem was er sagte keine Ahnung habe. Auch die Schwulen griff der Pabst damals an. Zum Ende sagte Peter „Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber Ich schäme mich für den deutschen Pabst!“ Nicht ein Buh-Ruf drang durch das Gejubel für ein so klares Statement. Kurz darauf erklangen die ersten Takte von „Laut!“ ( "Live aus Berlin" 2003) . Eine tolle Erinnerung an ein tolles Konzert. Und ich bin froh, dass es nur mein erstes aber bei weitem nicht mein letztes Konzert gewesen war. Denn auch in Hamburg konnte ich Anna und Peter schon mehrfach live erleben. Und im Stadtpark ist es genauso schön wie in der (ehemaligen) Color-Line-Arena! Und am schönsten ist es immer, wenn man das mit Freunden oder seinem Schatzi erleben kann!

Rosenstolz - mehr als nur Musik
Viele Leute sagen immer, das Rosenstolz ja nur „schmalz Musik“ machen würden. Wer so was sagt, hat schlicht keine Ahnung wovon er spricht. Klar, das Herz-Album ist sehr bekannt und auch sehr „verliebt“ bzw. „Schmalzig“ wenn man’s so nennen will, mit diesem Album haben sie es auch geschafft in Deutschland mehr als nur eine „Insider-Band“ zu sein. Aber man sollte sich auch die 10 Jahre vor dem Herz-Album angucken. Da wird nämlich genauso (wenn nicht sogar besser) gerockt wie in einigen andere Bands auch. Nur Rosenstolz sind eben nicht wie andere Bands. Das macht den unterschied, hebt sie von der Masse ab. Sie singen nicht nur irgendwelchen „Main-Stream-Pop“ oder machen die Musik die gerade verlangt wird. Sie machen die Musik mit der sie sich selbst ausdrücken können, Musik über die man vielleicht einmal mehr nachdenken muss um sie zu verstehen. Sie haben Dinge zu sagen und Erlebnisse zu verarbeiten, sie wollen Freude schenken. Sie wollen uns trösten, mit uns feiern oder auch einfach mal nur mit uns träumen. Und genau das hört man in jeder Note ihrer Werke. Sie regen dazu an die Songs ganz bis zum ende zu hören, drüber nachzudenken, sie zu hinterfragen. Glaubt man nicht? Nur mal 2 spontane Beispiele: Auf dem Album „Stolz der Rose“ ist „ja, ich will“ zu hören. Ein Titel bei dem Hella von Sinnen mitgesungen hat. Wer sich den Titel genau anhört, auch auf den Text achtet wir erkennen das dieser Song eine politische Aussage hat: Setzt Homosexuelle mit Heteros endlich Rechtlich Gleich! Oder weiß einer, das auf dem Album „Die Suche geht weiter“ in den Songs „Gib mir Sonne“, „Ein Fenster zum Himmel“ und „An einem Morgen im April“ der Tod der „Mutter von Rosenstolz“ alias der Mutter Ulf Leo Sommers (Produzent von Rosenstolz & Peter Plates Ehemann) verarbeitet wird? In allen 3 Songs geht’s letztlich darum nicht aufzugeben, egal wie schwer das Leben auch gerade sein mag.

Und ja, oft habe ich genau wegen Rosenstolz nicht aufgegeben. Sie schenken mir Kraft. Sie geben mir Geduld, den Willen, und auch den Mut den ich brauch damit ich kein Teil derer werde die immer nur ein Teil der Masse sind. Sie halten mich davon ab, mich zu sehr anzupassen. Sie geben mir das Lachen zurück wenn ich mal weine. Sie machen mich ein Stück weit zu dem, der ich bin. Ich bin nicht Main-Stream. Ich bin auch nicht „Max Mustermann“ und ich bin auch kein teil eines Schwarms. Ich schwimme nicht mit dem Strom weil es so sein muss. Ich bin auch nicht schwarz oder weiß. Ich bin ich. Ich bin bunt, verrückt manchmal auch völlig außer Kontrolle. Aber, ich bin eine treue Seele und tue was ich für Richtig halte. Und ich weiß das zu schätzen was und wie ich bin. Genau wie Rosenstolz. Und wie singen sie in ihrem Lied „Ich bin ich“


Singender Smilie
„Ich bin jetzt,
ich bin hier,
ich bin ich;
das allein ist meine Schuld.

Ich muss mich jetzt nicht finden
Darf mich nur nicht verlier’n.

Bin doch gestern erst gebor’n
und seit kurzem kann ich gehen,
Hab mein Gleichgewicht verlor’n
doch kann trotzdem grade steh’n.

Ich bin jetzt,
ich bin hier,
ich bin ich,
das allein ist meine Schuld!“ Singender Smilie


Danke Rosenstolz, für die vielen vielen Jahre wunderbarer Musik, toller Konzerte und für all das, was von Euch noch folgen mag!